Und schon wieder eine Buchmesse...

Eine Erzählung vom Ende des Erzählens, 2004 und 2009 - und 2018?


Es war einmal ein Autor auf einer weiten Reise. Auf der Frankfurter Buchmesse will er Ende der Achtzigerjahre sein geliebtes Manuskript verkaufen. Alles, was schiefgehen kann, geht schief.

Doch er hat damals dennoch Erfolg. Nur was für einen! Statt Bestseller wird er Restseller ...

Fiktion oder Faction? was ist bei der 70. Buchmesse davon noch zu spüren?




Schwupps, und schon ist die Frankfurter Buchmesse wieder offen für alles, zum siebzigsten Mal. Der Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier eröffnet dort das "Literatur-Ufo" und wird "mit Autoren sprechen", hieß es morgens in den Nachrichten.

Ob jene Außerirdischen dem Mann von der Partei mit den astronomischen Umfragewerten und dem unbekannten Programm was zu sagen haben werden?

Die Nazis werden auch wieder - wie im letzten Jahr - Stände haben. Und Autoren werden sich danach mit ihnen solidarisieren, damit sie die "Freiheit" haben, ihre Hetze und Lügen ganz national zu verbreiten.

Ansonsten wird es sowieso wieder die "größte Buchmesse der Welt", sagt die Eigenwerbung. In den ersten neun Monaten 2018 verzeichnete die deutsche Branche allerdings ein Minus von 1,1 Prozent beim Umsatz. Bereits im vergangenen Jahr waren die Erlöse um 1,6 Prozent auf immerhin 9,13 Milliarden Euro zurückgegangen.

Mittlerweile werden an vielen Hochschulen Seminare mit Lese- und (Recht-)Schreibübung für Studierende eingerichtet. Und weil "Bewerbungen" (voll krass!) mit Copy- and Paste schwierig zu friggeln sind, blieben auch dieses Jahr hunderttausend Ausbildungsstellen nicht nur unbesetzt, sondern erst gar nicht nachgefragt. Die "Selfie-Bewerbung" brachte vielerorts wenige "Schnupper-Praktika" für ein paar Tage.

Wäre also vielleicht eine Alphabetisierungsmesse an der Zeit?

Noch wird gefeiert. Zahlreiche Stars haben ihr Kommen in die heiligen Hallen der Hochkultur angekündigt:
Michelle Hunziker wird auf dem "Blauen Sofa" platz nehmen (Donnerstag, 15 Uhr, 3.1 L25), Frank Thelen verlässt seine „Höhle der Löwen“ (Samstag, 11 Uhr, 4.1 M53) und Desiree Nick zeigt sich faltenfrei im Frankfurt Pavilion (Freitag, 11.30 Uhr, Agora).
Harald Glööckler erschreckt Außerirdische (Samstag, 14 Uhr, A153), Eckart von Hirschhausen wird auf offener Bühne heilen (Sonntag, 14 Uhr, Frankfurt Pavilion, Agora) und Claus Kleber trifft hoffentlich noch (Samstag, 14 Uhr, 4.1 D14 am ARTE-Stand) auf den Außerfrisischen Otto Waalkes (Congress Center. Samstag, Saal Harmonie, 29,50 Euro).

Ach, übrigens, wie jedes Jahr der Hinweis: In den Achtzigerjahren erlebte "Der Buchmesser" an den "Tagen fürs Fachpublikum", wie Literatur palettenweise  verramscht wurde. (http://www.nachttischbuch.de/der_buchmesser.phtml)

Eine Satire von einem, der auszieht, sein Glück zu suchen? Das jährliche Treffen der Autoren in Frankfurt/Main ist in einem Buch unter jährlich Hunderttausend nicht bloß ein Jahrmarkt der Eitelkeiten mit dem Charme eines kleinstädtischen Baumarktes. Besäufnisse und mancherlei branchenübliche Blödheit(en) sind noch die geringsten Belastungen beim Buch-Machen.

Die Schwierigkeiten eines ersehnten Bucherfolges sind wohl ernster, denkt der unbedarfte, ambitionierte Autor damals bei sich. Er lernt in den enge Gängen der riesigen Hallen, in den auch ein Viehmarkt Hof halten könnte, rasch dazu: Die den "Erfolg" wollen, machen sich dabei oft nicht nur lächerlich.

Der erträumte Bestseller in dieser tragi-komischen Erzählung erlebt den Alptraum eines Restsellers. Ramsch wird nicht nur geschrieben. Er wird das Markenzeichen der Branche.

Der Buchmesser - Einer, der auszog, Ramsch zu verkaufen?

Kurze Erzählung mit einem Anhang am Ende


Rainer B. Jogschies kennt die Frankfurter Buchmesse seit den Achtzigerjahren. Jahr für Jahr hat er in großen und kleinen Verlagen Bücher veröffentlicht, Jahr für Jahr.


Noch mehr aber hat er die Schattenseiten der Szenerie kennengelernt. In Vorlesungen und Seminaren, auf Tagungen und bei Gewerkschaftstreffen hat er davon berichtet.


Doch der Wunsch bei jungen Autoren, ein Buch zu veröffentlichen, ist oft größer als die Wahr-Nehmung der rauhen Wirklichkeit. Zumal, wenn sie so bizarr ist, dass man nur darüber lachen könnte.


An seine kurze Erzählung "Der Buchmesser" schloss Jogschies daher einige solcher Beobachtungen an: "Der Autor stört" und "Der Verleger eiert". Und Beide, Autor und Verleger, begegnen sich - wenn überhaupt jemals - zwischen Doppelbödigkeiten und Doppelgesichtigkeit.


Diese beiden Schlüsse stehen hinten im Buch, das nicht nur deshalb kein klassisches Ende hat. Es soll weiter erzählt werden - von anderen Autoren und vom Leser.


Einen Versuch, wie es weitergehen könnte, dokumentiert dieses Buch zuguterletzt: Die Thesen der DOGMA-Gruppe, eines "Hamburger Vertrages der Autoren".




Rainer B. Jogschies: Der Buchmesser
132 Seiten zu 14,80 Euro
Erstausgabe, Berlin 2004
Copyright © Nachttischbuch
ISBN-10: 3-937550-00-3

ISBN-13: 978-3-937550-00-8

 

Sie können diesen Titel Der Buchmesser rund um die Uhr gleich hier bestellen. Unser Vertriebspartner Books on Demand  druckt Ihnen sodann ein eigenes Exemplar! Kein Quatsch! Kein Ramsch. Das Buch geht Ihnen dann gleich versandkosten- und portofrei zu.

Ebenso problemlos erhalten Sie das Buch natürlich im örtlichen Handel, meist über libri sogar schon am nächsten Tag. Viel Spaß beim Lesen!



 


Der Buchmesser. Reloaded

"Neu" veröffentlichte Erzählung mit einem aktualisierten Anhang


Im März ist stets die Buchmesse in Leipzig. Und im Herbst ist schon wieder Messe: In Frankfurt/Main. Nur einer fehlt stets: Der Buchmesser – jener freundlich konfuse Autor Christian aus dem gleichnamigen Roman über diese jährlichen Jahrmärkte der Eitelkeiten. Stattdessen erschien 2009, fünf Jahre nach der Erstveröffentlichung, die Erzählung Von einem, der auszog in Frankfurt das Fürchten zu lernen,  nun noch einmal. Und sie kommt noch witziger und doch ernster daher.

Denn ist Situation ist irgendwie schon komisch: Die Umsatzzahlen der Buchbranche steigen zwar. Es gibt Jahr für Jahr immer mehr Neuveröffentlichungen, immer mehr Autorennamen, immer mehr Buchtitel. Das klingt nach einer Erfolgsstory.

Aber die Branche stagniert. Betriebswirte und Buchclowns haben mehr Konjunktur als Autorinnen und Autoren. Immer mehr Erstveröffentlichungen werden inzwischen von den Autoren selbst herausgegeben: Der Eigenverlag ist allerdings der Anfang vom Ende des Schreibens. Wer sich nur noch selbst vermarkten muss, der kommt kaum zum Schreiben – vom Lesen ganz zu schweigen.

Und immer noch, vierzehn Jahre nach der Erstveröffentlichung des ironischen Romans „Der Buchmesser“ verkauft sich das handliche Taschenbuch. Der Autor, Rainer Jogschies, aktualisierte das Buch sogar als Reloaded-Version mit dem Essay "Autor verschwindet" - dadurch wurde das Buch freilich umfänglicher als die Erstveröffentlichung.


Aber wie müssten die Anhänge zu dem Buch heute aussehen? Wären da Kapitel über die "Prominenz" in den Hallen zu lesen?


Die kleine, böse Satire im Stil von „Dr. Murkes gesammeltes Schweigen“ sollte jeder lesen, der sich seine Liebe zu Büchern melancholisch bewahren will ...





Rainer B. Jogschies: Der Buchmesser. Reloaded
Neuauflage, stark erweitert, Berlin 2009
220 Seiten zu 19,80 €
Copyright © Nachttischbuch
ISBN-10: 3-937550-16-X

ISBN-13: 978-3-937550-16-9

 

Sie können diesen Titel Der Buchmesser. RELOADED gleich hier bestellen, rund um die Uhr. Das Buch geht Ihnen versandkosten- und portofrei zu.

Ebenso problemlos erhalten Sie das Buch natürlich im örtlichen Handel. Dorthin liefert es libri zumeist schon am nächsten Tag. Viel Spaß!

 



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